Facebooks Probleme mit dem Datenschutz bei WhatsApp sind noch lange nicht ausgestanden, denn Behörden in Europa wollen die Möglichkeit des Unternehmens einschränken, Nutzerdaten in WhatsApp zu sammeln. Der Hamburger Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) in Deutschland erklärte, dass er eine einstweilige Verfügung erlassen hat, die Facebook daran hindert, persönliche Informationen von WhatsApp-Nutzern zu verarbeiten. Facebook geht derzeit in Berufung und erklärt, dass die geplante Aktualisierung der Datenschutzrichtlinien für WhatsApp wie geplant am 15. Mai erfolgen wird.

Facebook hat bereits im Jahr 2021 damit begonnen, die Verbraucher über die neuen WhatsApp-Bestimmungen zu informieren, von denen angenommen wurde, dass sie im Februar in Kraft treten würden. Die Nutzer mussten die Änderungen annehmen oder riskieren, den Zugang zu dem Chatprogramm zu verlieren. Eine riesige Gegenreaktion folgte kurz darauf. Da eine große Anzahl von Leuten WhatsApp verließ und stattdessen konkurrierende Programme wie Sign und Telegram herunterlud, verschob Facebook die Aktualisierung der Datenschutzbestimmungen auf den 15. Mai und gab den Nutzern ein paar zusätzliche Wochen, um die Änderungen zu verstehen und zu akzeptieren.

Der Anbieter führte außerdem Kampagnen durch, um die Kunden über die bevorstehenden Änderungen zu informieren und betonte, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die die meisten Anrufe und Chats standardmäßig schützt, nicht wegfällt. Darüber hinaus berichtete Facebook, dass die Datenschutzrichtlinien es ihm erlauben würden, E-Commerce-Informationen von WhatsApp-Nutzern zu sammeln, die sich entschieden haben, Geschäfte über WhatsApp abzuwickeln. Das ist ein optionales WhatsApp-Attribut, das viele Personen nicht nutzen werden. Allerdings müssen sie den Änderungen noch zustimmen.

Facebook begann vor ein paar Monaten, dass Verbraucher, die den Bedingungen nicht zustimmen, anfangen werden, eine verminderte Leistung im Programm zu erfahren, bis zu diesem Punkt, an dem es zu einer Kontolöschung führen könnte. Vor ein paar Tagen änderte Facebook seinen Ton und erklärte, dass Konten nicht gelöscht werden, wenn sie den Änderungen nicht zustimmen. Allerdings wird die WhatsApp-Performance erheblich gelähmt, wenn die Nutzer dem Upgrade nicht zustimmen. In der Folge kann es ohnehin zu einer Account-Löschung kommen.

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Johannes Caspar, der Leiter des HmbBfDI, erklärte, das Upgrade sei nicht legal, wie CNBC berichtet. Die von ihm unterzeichnete dreimonatige Krisenverfügung soll Facebook davon abhalten, WhatsApp-Daten aus Deutschland zu verarbeiten.

„Die Anordnung soll die Rechte von vielen Millionen Nutzern in ganz Deutschland schützen, die ihre Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen geben“, erklärte er in einer Mitteilung. „Es ist wichtig, Fallstricke und Schäden zu verhindern, die mit einem solchen Blackbox-Verfahren verbunden sind.“

Caspar erklärte, dass die jüngsten Probleme im Zusammenhang mit der Privatsphäre von Facebook, wie der Cambridge Analytica-Skandal zusammen mit dem Hack, der mehr als 500 Millionen Verbraucher beeinflusst hat, „das Ausmaß und die Risiken offenbaren, die mit der Erstellung von Massenprofilen verbunden sind“, und dass Profile verwendet werden können, um demokratische Entscheidungen zu kontrollieren.

„Die jetzt erlassene Anordnung beschreibt die zusätzliche Verarbeitung von WhatsApp-Verbraucherstatistiken“, sagte Caspar. „Die weltweiten Beschwerden über die neuen Nutzungsbestimmungen sollten dazu beitragen, dass dieser Genehmigungsmechanismus grundsätzlich überdacht wird. Ohne die Hoffnung der Verbraucher kann kein datenbasiertes Unternehmensmodell auf Dauer erfolgreich sein.“ Der deutsche Machthaber forderte ein Gremium der EU-Statistiklabore auf, dem Beispiel zu folgen, damit das Verbot für den gesamten EU-Block gelten kann.

Ein Facebook-Sprecher erklärte gegenüber CNBC, dass die deutsche Anordnung „auf einem grundlegenden Missverständnis der Funktion und der Auswirkungen der WhatsApp-Erweiterung beruht und daher keine gültige Grundlage hat.“

„Unser aktuelles Upgrade verdeutlicht die Möglichkeiten, ein Unternehmen auf WhatsApp zu nennen, und liefert zusätzliche Transparenz darüber, wie wir Informationen sammeln und nutzen“, so der Sprecher weiter. „Da die Behauptungen der Hamburger Datenschutzbehörde nicht korrekt sind, hat die Anordnung keinen Einfluss auf den weiteren Roll-out dieses Upgrades. Wir bleiben voll und ganz dem Ziel verpflichtet, sichere und vertrauliche Kommunikation für alle zu ermöglichen.“

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